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Wasserqualität

Trinkwasser als Lebensmittel

Die Trinkwasserversorgung ist in der Schweiz stark dezentralisiert. Nicht weniger als 3000 Wasserwerke versorgen über ein Leitungsnetz von etwa 50'000 km die Bevölkerung mit dem wichtigsten Lebensmittel. Die Grössen der schweizerischen Trinkwasserversorgungen sind, gemessen an der versorgten Anzahl Einwohner, sehr unterschiedlich. Lediglich fünf Versorgungen (Genf, Zürich, Basel, Lausanne und Bern) liefern an mehr als 100'000 Personen Wasser.

Das Trinkwasser in der Schweiz stammt zu je 42% aus Grund- und Quellwasserfassungen und zu 16% aus den Seen. Entsprechend vielfältig sind die Anlagen der verschiedenen Wasserversorgungen.  Von einfachen Quellwasserversorgungen, die ohne Pumpen auskommen, bis hin zu komplizierten Mischbetrieben mit aufwendigen Seewasser­aufbereitungs­anlagen sind viele Varianten zu finden. Dies ist ein wichtiger Grund für die grossen Unterschiede bei den Kosten und damit bei den Wassertarifen. Im schweizerischen Durchschnitt kosten 1000 l Wasser Fr. 1.50. Für eine 4-köpfige Familie entstehen so durchschnittliche Trink- und Brauchwasserkosten von rund einem Franken pro Tag.

Trinkwasser ist nicht bloss H2O, sondern enthält verschiedene erwünschte und unerwünschte Mineralien und Zusatzstoffe, die für das Trinkwasser als Lebensmittel von Bedeutung sind. Die Lebensmittelverordnung definiert Trinkwasser als „Wasser, das bezüglich Aussehen, Geruch und Geschmack sowie in chemischer und physikalischer Hinsicht den allgemeinen hygienischen Anforderungen und im Besonderen denjenigen des Schweizerischen Lebensmittelbuches (LMB),  der Verordnung vom 1. Juli 1987 über die hygienisch-mikrobiologischen Anforderungen an Lebensmittel, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände und der Verordnung vom 27. Februar 1986 über Fremd- und Inhaltsstoffe (FIV) entspricht“.

Im Hinblick auf die Beurteilung der Trinkwasserqualität ist die Bedeutung der in der schweizerischen Gesetzgebung verwendeten Begriffe Qualitätsziel sowie (für gesundheitlich bedeutsame Parameter) Toleranzwert und Grenzwert für eine grosse Anzahl chemischer und bakteriologischer Parameter wichtig: Das Qualitätsziel gemäss LMB für einen Inhaltsstoff (oder eine Messgrösse) entspricht demjenigen Wert oder Wertebereich, den durch menschliche Einflüsse nur wenig beeinträchtigtes Quell- oder Grundwasser aufweist. Toleranzwerte sind gemäss FIV Höchstkonzentrationen von Stoffen oder Schwellenwerte von Messgrössen, bei deren Überschreitung das Lebensmittel behördlich beanstandet wird. Bei der Überschreitung von Grenzwerten schliesslich gilt das Lebensmittel für die menschliche Ernährung als ungeeignet.

Für unsere Gesundheit von positiver Bedeutung sind die Mineralien Calcium (Knochenaufbau, Blutgerinnung, Muskeltätigkeit), Magnesium (Knochen- und Enzymaufbau, Verhinderung von Muskelkrämpfen), Fluorid (karieshemmende Wirkung) und Sulfat (aktiviert Gallen- und Darmtätigkeit, wirkt aber in hohen Konzentrationen abführend). Zu den unerwünschten Stoffen gehören Chlorid (weist auf Beeinflussung durch Düngstoffe, Strassensalzung, Abwasser oder Abfall hin), Nitrat und Nitrit (Nitrat wird z.T. in Nitrit umgewandelt, stört Sauerstofftransport im Blut, auch Verbindung zu krebserregenden Nitrosaminen möglich). Die untenstehende Tabelle stellt für verschiedene Parameter den Vergleich des Oberdiessbacher Wassers mit den Qualitätszielen und Toleranzwerten des LMB dar.

Wie ein Vergleich der Stiftung für Konsumentenschutz („Tip & Test“ 4-98) über den Mineralgehalt von 47 Mineralwassern ergeben hat, bietet die Hälfte davon nicht mehr als gewöhnliches „Hahnenburger“. Normales Schweizer Trinkwasser ist also vielen Mineralwassern qualitätsmässig ebenbürtig. In Anbetracht der zweifelhaften Ökobilanz einer Flasche Mineralwasser auf dem Weg von der Quelle bis zum Konsumenten empfiehlt deshalb die Konsumentenschutzorganisation, entweder Trinkwasser aus dem Wasserhahnen zu beziehen oder allenfalls ein wirklich hochmineralisiertes Mineralwasser zu trinken. Möchte man nicht auf das „Bläterliwasser“ verzichten, gibt es einfache Geräte wie den „Soda-Stream“, mit dem sich Trinkwasser sehr einfach mit Kohlensäure versetzen lässt. Das entstandene Getränk kostet pro Liter einen Bruchteil handelsüblichen Mineralwassers.

 

Qualität des WVO-Wassers

Parameter

Einheit

Qualitätsziel LMB

Toleranzwert FIV, HyV

Oberdiessbacher Trinkwasser (typische Werte)

Geruch

 

Ohne Befund

schwach

Ohne Befund

Geschmack

 

Ohne Befund

schwach

Ohne Befund

Temperatur

°C

8-15

25

7-10 (Reservoir)

pH-Wert

 

7-8

9.2

7.1-7.5

Trübung

TE/F

<0.5

1.0

0.1-0.3

Gesamthärte

°f

15-25 (mittelhart)

 

24-27 (mittelhart-hart)

Calcium

mg/l

40-125

 

80-100

Magnesium

mg/l

5-30

50

10-15

Chlorid

mg/l

<20

200

5-8

Nitrat

mg/l

<25

40

10-20

Sulfat

mg/l

10-50

200

5-10

Nitrit

mg/l

<0.01

0.1

<0.005

Fäkalkeime

Anzahl/100ml

Nicht nachweisbar

Nicht nachweisbar

0

Keime

Anzahl/ml

 

<100

0-40

LMB: Schweizerisches Lebensmittelbuch, FIV: Fremd- und Inhaltsstoff-Verordnung , HyV: Hygieneverordnung

Einige Parameter des Oberdiessbacher Trinkwassers, verglichen mit den Richtwerten des Schweizerischen Lebensmittelbuches.  

Die aktuellen Werte finden Sie hier.

 

Qualitätssicherung

Die WVO gewährleistet die Qualität des von ihr bereitgestellten Wassers durch eine systematische Selbstkontrolle aller Anlagen und deren Umfeld gemäss den anerkannten Regeln für Fassung, gegebenenfalls Aufbereitung, Speicherung und Verteilung von Trinkwasser. Zu diesem Zweck betreibt die WVO ein Qualitätssicherungssystem (QS-System), das sämtliche organisatorischen, technischen und betrieblichen Belange, die für die Wasserversorgung und die Wasserqualität massgebend sind, regelt und dokumentiert. Sämtliche direkt oder indirekt auf die Wasserqualität wirkenden Risikofaktoren werden laufend systematisch erfasst und hinsichtlich ihres Gefahrenpotentials und ihrer Eintretenswahrscheinlichkeit bewertet. Die so ermittelten Risikofaktoren werden entweder durch einmalige technische Massnahmen eliminiert oder durch entsprechende regelmässige Überwachungs- und Kontrollmassnahmen beherrscht. Der Betrieb des QS-Systems ist in der untenstehenden Abbildung veranschaulicht.

 

Schema zum Betrieb des QS-Systems

 

Die Qualitätssicherung einer Wasserversorgung lässt sich grob in zwei Bereiche unterteilen: Sicherung der Qualität (chemisch und biologisch einwandfrei) des abgegebenen Trinkwassers sowie Sicherung der Qualität (einwandfreier Zustand und Funktionstüchtigkeit) aller Anlagen zur Gewinnung und Verteilung des Wassers.

Die wichtigsten Massnahmen der WVO zur Sicherung der Wasserqualität sind: Errichtung und Durchsetzung der Quellschutzzonen,  vorbeugende UV-Desinfektion des Rohwassers, regelmässige bakteriologische Kontrolle des Rohwassers der verschiedenen Quellgebiete (insbesondere nach starken Niederschlägen), regelmässige amtliche bakteriologische und chemische Kontrolle des Trinkwassers in den Reservoirs und im Verteilnetz durch die kantonale Lebensmittelkontrolle.

Der störungsfreie Betrieb aller Anlagen der WVO wird durch den Brunnenmeister gewährleistet, der auch die notwendigen Kontroll- und Wartungsarbeiten im Rahmen des QS-Systems ausführt. Art und Umfang dieser Arbeiten sind in Arbeitsanweisungen festgehalten. Die ausgeführten Kontrollen und Wartungsarbeiten werden mittels Protokollen dokumentiert.

 

 

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